Plattform der UNESCO-Projektschulen

Die Kommunikationsplattform des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen in Deutschland ist eine Arbeits- und Vernetzungsplattform. Sie ermöglicht dem Netzwerk einen engen und transparenten Austausch und bündelt vielfältige Arbeitsprozesse an einem Ort. Die öffentliche Seite der Kommunikationsplattform bietet die Möglichkeit mehr über die Aktivitäten des Netzwerks und einzelne UNESCO-Projektschulen zu erfahren.

mehr Mehr Informationen zum Netzwerk der UNESCO-Projektschulen und der Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen finden sich hier:

Burggymnasium Kaiserslautern, Kaiserslautern

Steckbrief
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Trägerschaft
öffentlich
Schulart
Sekundarschule (Sek I und Sek II)
Spezifizierungen Schulart
Gymnasium
Status
anerkannt
Adresse
Straße, Hausnummer
Burgstraße 18
Postleitzahl
67659
Ort
Kaiserslautern
Telefon (Zentrale)
0631 371630
Website
https://burg-kl.de/startseite/
Kontaktperson (Schulkoordination)
Simone Busch
Schulleitung
Rüdiger Schnebler
Hauptgebäude BurgGymnasium Kaiserslautern
Profil

Bereits 1875 als Städtische Töchterschule gegründet, blickt das BurgGymnasium auf eine lange Tradition zurück und hat sich zu einer modernen Bildungseinrichtung entwickelt, die sich den Prinzipien der Toleranz und Weltoffenheit verpflichtet fühlt: Seit 2013 sind wir "MINT-feundliche Schule", seit 2017 "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", seit 2019 "WIR"-Schule (Willkommen in Rheinland-Pfalz), seit 2023 BNE-Schule, 2024 Digitale Schule und 2025 anerkannte UNESCO-Projektschule.
Im Zentrum unseres Angebotes stehen die beiden Schwerpunkte Französisch bilingual und MINT, die ergänzt werden durch einen sehr aktiven musisch-künstlerischen Bereich. Außerdem bieten wir ein breites Spektrum an Arbeitsgemeinschaften, Wettbewerben und Austauschen (z.B. Frankreich, Schweden, China), Fahrten und Projekten an, die unsere Schwerpunkte ergänzen und vertiefen. Ein entscheidender Vorteil ist dabei unsere Zusammenarbeit mit der RPTU Kaiserslautern und der Atlantischen Akademie.

Einblicke zur UNESCO-Arbeit der Schule

Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.

Menschenrechts- und Demokratiebildung

Gemeinsames Erinnern an den Holocaust– Erster Platz beim Geschichtswettbewerb „Notre Histoire“ „Wider das Vergessen“ lautete das Thema unseres Projektes, das uns seit Anfang des Schuljahres begleitete. Zusammen mit einer Schülergruppe des Collège „Jean Bouin“ aus Saint-Quentin, machten es sich der Französisch-LK (MSS 11) und der Geschichte-Bilingual-GK (MSS 12) zur Aufgabe, einen gemeinsamen Beitrag zum alljährlichen Holocaust-Gedenktag zu leisten. Bei dem Projekt ging es um einen gemeinsamen Comic, um genauer zu sein eine französische „Bédé“, die aus den Geschichte zweier jüdischer Familien bestehen sollte, die dem Nazi-Regime zum Opfer gefallen sind. Während sich die französische Schülergruppe um die Familie Dalsheim aus Kaiserslautern kümmerte, beschäftigten wir uns mit der Familie Apel aus Saint-Quentin. Über mehrere Wochen hinweg machten wir uns mit der tragischen Geschichte der Familie vertraut und fertigten Zeichnungen der Familie und des geschichtlichen Kontextes an. Dazu überlegten wir uns passende Texte, die die Gedanken der Familie und die generellen Umstände erläutern sollten. Mit dem Material der französischen Schülergruppe brachten wir beide Geschichten zusammen und blickten freudig auf das Endergebnis unseres gemeinsamen Comics. Um diesen zusammen in einer Ausstellung des Rathauses präsentieren zu können und am 27. Januar gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, wurden die Mitwirkenden aus Frankreich von Seiten der Stadtverwaltung eingeladen. Im Zuge dessen sollten die Französinnen und Franzosen bei uns, in Gastfamilien, untergebracht werden. Die Anreise unserer französischen Schüler erfolgte am 26. Januar, wo wir sie nach der Schule erstmals im Rathaus trafen. Neben unserer Projektgruppe des BurgGymnasiums waren außerdem Schüler des Hohenstaufen Gymnasiums dabei, die sich ebenfalls bereit erklärten, Austauschschüler zu beherbergen und mit eigenen Beiträgen, Anteil an der Ausstellung zu nehmen. Nachdem wir die Kennenlernspiele abgeschlossen hatten, konnten wir uns über einen kleinen Nachmittagssnack freuen, der uns im Rathaus bereitgestellt wurde. Währenddessen hatten wir die Möglichkeit, uns untereinander auszutauschen und bekamen daraufhin Zeit zur freien Verfügung, die wir damit verbrachten, unseren Gästen die Stadt zu zeigen. Am Abend kehrten wir zurück, um uns zu verabschieden und das Gepäck der Austauschschüler abzuholen. Schon war der erste Tag beendet und die Gastschüler wurden auf ihre Familien verteilt. Am nächsten Tag trafen wir uns alle wieder, um uns auf die Gedenkfeier am Synagogenplatz zu begeben. Wir lauschten gespannt den dort vorgestellten Beiträgen und leisteten natürlich auch unseren eigenen, indem wir in einer Ansprache auf die Grausamkeit des NS-Regimes hinwiesen und als Beispiel auf die beiden Familien unseres Projektes aufmerksam machten. Mit dem Satz „Die Opfer waren alle Menschen wie du und ich“, war es uns wichtig zu betonen, dass jeder, egal welche Herkunft und Religion, gleichwertig ist und es wichtig ist, den gefallenen Opfern zu gedenken. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im BurgGymnasium stand auch schon unser nächster Programmpunkt an. Am Nachmittag wurde die Ausstellung im Rathaus mit einer Rede der Oberbürgermeisterin Beate Kimmel und musikalischen Beiträgen eröffnet, woraufhin sich die Besucher unsere Bédé näher anschauen konnten. Danach wurden wir auch schon im Kino erwartet, da wir uns dort gemeinsam einen französischen Film anschauten, der ebenfalls um die Geschichte eines Mädchen ging, welches zur Zeit des Nationalsozialismus lebte. Um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen, verbrachten wir den restlichen Tag zusammen in der Stadt, bevor wir uns am nächsten Tag auch schon von den Französinnen und Franzosen verabschieden mussten. Im Rückblick auf unser gemeinsames Projekt freuen wir uns, dass wir zusammen, als Repräsentanten der deutsch-französischen Freundschaft, einen Beitrag zu einem sehr wichtigen Thema leisten durften. Mit unserer gemeinsam gestalteten Bédé, haben wir nicht nur an der Ausstellung im Rathaus Kaiserslautern und im Rathaus unserer Partnerstadt Saint-Quentin mitgewirkt, sondern außerdem an dem Geschichtswettbewerb „Notre Histoire“ des „Institut français“ teilgenommen, bei dem wir den ersten Platz erreicht haben. Als Hauptpreis haben wir einen Besuch im Außenministerium (Ministère des affaires étrangères) in Paris gewonnen, wo wie am 28. Mai 2026 gemeinsam mit unseren französischen Mitschülerinnen und Mitschüler empfangen wurden. Es erwartete uns ebenfalls Olivier Herz, der Sohn von Bertrand Herz, nach welchem der Wettbewerb benannt ist. Bertrand Herz musste mit 14 Jahren zur Zeit des NS-Regimes Zwangsarbeit im Konzentrationslager Buchenwald leisten und konnte nach Ende des Krieges lebend daraus entkommen. Auch Jahre danach setzte er sich weiterhin für das Gedenken an NS-Verbrechen ein und gab seine Geschichte an seinen Sohn weiter. Er begleitete uns bei der Führung durch das Ministerium, in dem wir uns die prachtvollen Räume anschauen durften und einige interessante Informationen dazu erhielten. Paris gewonnen. Viktoria Alt

Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt

Deutsch-amerikanische Kooperation - Aktivitäten als Wir-Schule im Schuljahr 2025/26 Gerade in der aktuellen politischen Weltlage sind internationale Kooperation und gegenseitiger interkultureller Austausch wesentliche Schüssel zur Wahrung des Friedens und der Freiheit. In Rheinland-Pfalz und im Großraum Kaiserslautern wird in diesem Sinne bereits seit Jahrzehnten die deutsch-amerikanische Freundschaft gelebt, die ein beispielhaftes Zeichen sein kann. Auch das BurgGymnasium Kaiserslautern ist bereits seit vielen Jahren im Geiste der Völkerverständigung und des gegenseitigen pädagogischen Austauschs aktiver Teil der deutsch-amerikanischen Freundschaft in der Region und wurde 2019 als erste WiR (Willkommen in Rheinland-Pfalz) -Schule weltweit ausgezeichnet, was seither jährlich erneuert wird. Im Schuljahr 2025/26 gab es einige Highlights in der Arbeit als WiR-Schule: Zunächst ist der Tree of Hope zu nennen. Gemeinsam mit unseren amerikanischen Freunden vom Sergeant Morales Club sammelten wir 150 Geschenke, die an die Tafel Kaiserslautern übergeben werden konnten. So haben viele Kinder in besonderen Situationen zu Weihnachten ein Geschenk erhalten. Auch die bereits aus den Vorjahren bekannten Arbeitseinsätze an den amerikanischen Kindergräbern auf dem Zentralfriedhof in KL erfolgten bereits im Herbst wieder und wurden im Frühjahr und Sommer fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem deutsch-amerikanischen Club Kaiserslautern, der Chiefs Group der US Air Force in Ramstein und mit dem Sergeant Morales Club der US Army Kaiserslautern setzen wir damit ein klares Zeichen der dauerhaften Verbundenheit vor Ort. Schülerinnen und Schüler der Burg durften außerdem als erste deutsche Schüler den Army Fitness Test (gemeinsam mit Ausbildern der 92nd MP) ablegen und erzielten großartige Ergebnisse. Ein weiteres sportliche Highlight im Schuljahr 2025/26 war der amerikanische Spring Cup. Auf dem Gelände des Sportplatz Mehlingen fanden mehr als 500 Menschen zusammen, Deutsche und Amerikaner, Klein und Groß. Die Angebote waren vielfältig: Direkt am Eingang positionierten sich die Jugendfeuerwehr Enkenbach- Alsenborn und ihre US-Partner aus Sembach mit zwei Löschfahrzeugen, kaum ein paar Meter weiter wurde man von einer Hüpfburg und dem einladenden Kuchen- und Getränkeverkauf der Oberstufe des BurgGymnasiums begrüßt. Bei dem von der Gemeinde Mehlingen, dem NMB, dem Projekt „Willkommen in Rheinland-Pfalz“ sowie dem amerikanischen Sergeant Morales Club und dem BurgGymnasium Kaiserslautern veranstalteten Event gab es ferner Face Painting, einen Live-Kicker und ein reichhaltiges Grillangebot. Der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung fand jedoch auf dem Rasen statt: Zehn sowohl deutsche als auch amerikanische Mannschaften versammelten sich und konkurrierten um den ersten Platz. Diesen konnte sich am Ende des Turniers das Gastgeber-Team NMB Mehlingen sichern, während der zweite Platz an das amerikanische Team des 519th Hospital Center ging. Den dritten Platz erreichte das Team der MSS 11 des BurgGymnasiums. Nicht nur aktiv, auch passiv, brachte uns der Sport zusammen. Die WiR-AG besuchte in einer deutsch-amerikanischen Freundschaftsgruppe ein Spiel des 1. FCK auf dem Betzenberg. Die Theater-AG überzeugte wiederum mit einem fantastischen „haunted bus“ beim Halloween-Event „Trunk or Treat“ in der Panzerkaserne. Der Erfolg war so groß, dass die AG bereits für Halloween 2026 angefragt wurde. Auch ein Besuch der "Highschool" und ein Gegenbesuch der amerikanischen Schülerinnen und Schülern bei uns fand auch statt. Die WiR-AG steht allen Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 10 offen.

Risiken und Chancen im digitalen Zeitalter

Neues Schulfach im Schuljahr 2025/26: Ein Jahr Pflichtfach Informatik – aus der Sicht eines Lehrers Im Schuljahr 2025/26 waren die 7. Klassen die ersten, die das neue, einstündige Pflichtfach Informatik in ihrem Fächerkanon hatten. Thematisch waren Inhalte aus drei Themenbereichen vorgesehen: Künstliche Intelligenz, Datenübertragung und erste Schritte in der Programmierung. in zwei 7. Klassen haben wir die Themen in genau dieser Reihenfolge behandelt, jeweils ungefähr ein Drittel Jahr lang. Im Bereich Künstliche Intelligenz haben wir durch praktische Versuche erfahren, dass KIs nicht fehlerfrei und gar nicht so „intelligent“ sind, und mit dem Konzept der Entscheidungsbäume haben wir hinter die Kulissen geschaut. Außerdem war Lerngegenstand, dass KI viel mehr als nur ChatGPT und Co ist... Bei den Grundlagen der Datenübertragung haben wir Grundbegriffe wie Browser, Suchmaschine, Router, Server und Client praktisch kennen gelernt und mit der Simulation FILIUS einfache Netzwerke aufgebaut und Experimente mit dem HTT-Protokoll und Ping durchgeführt. Zur Programmierung verwenden wir die CalliopeMinicomputer, die man in die Hand nehmen und mit ihnen und der erfolgten Programmierung interagieren kann. Das ist sehr motivierend, wenn es blinkt und piept. Dabei stehen Grundlagen wie Sequenzen und Wiederholungen sowie das Kennenlernen der Anzeigemöglichkeiten und der Sensoren im Vordergrund. Als Schulbuch haben wir in diesem Jahr das online-Schulbuch „inf-schule“ verwendet, ab dem kommenden Schuljahr wird ein Arbeitsbuch zur Verfügung stehen, das wir neu einführen werden. Daniel Jonietz Ein Jahr Pflichtfach Informatik – aus der Sicht einer Schülerin Noch vor ungefähr einem Jahr war Informatik für mich nur das, was mein Vater studiert hat, doch jetzt ist es so viel mehr. Mit Informatik kann man Leben verändern und vor allem verbessern. Als ich das Fach bekommen habe, dachte ich, dass wir nur irgendwelche Sachen programmieren sollten. Langweilig, kompliziert und nicht hilfreich für das richtige Leben. Doch jetzt merke ich langsam, dass mir das Fach in vielen Bereichen weiterhilft. Wenn wir dem Calliope sagen, was er machen soll, müssen wir genau beachten, wie wir das formulieren, sonst versteht er uns nicht oder macht etwas falsch. Dadurch habe ich gelernt, genauer zu beschreiben, das hilft mir nicht nur im Deutschunterricht, sondern auch in normalen Gesprächen mit meinen Freunden. Besonders toll ist das Gefühl, wenn der Calliope genau macht, was man wollte. Auch wenn er nur meinen Namen anzeigt, fühlt es sich an, als hätte man etwas Eigenes erschaffen. Und mit Informatik kann man auch größere Dinge erschaffen. Man kann nicht „nur“ kranken oder verletzten Menschen oder Tieren helfen, sondern auch KI herstellen. Viele Leute haben schon eine persönliche Beziehung zu einer künstlichen Intelligenz (wie z.B. ChatGPT) aufgebaut. Sie ist ihre tägliche „Vertrauensperson“, auch wenn die KI manchmal Fehler macht, kann sie uns helfen Dinge herauszufinden, zu verstehen und vieles mehr. Es ist einfach toll, dass man mit Informatik Dinge erschaffen kann, die Menschen helfen können. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass ich Informatik als Fach haben kann. Anni Gießrigl

Welterbebildung

Welterbe-Erziehung auf Klassenfahrten Seit vergangenem Schuljahr haben wir die Welterbe-Erziehung fest in unseren Schulalltag implementiert und bieten für die Jahrgangsstufe 10 nun explizit eine UNESCO-Fahrt an, bei der ein Ziel gewählt sein muss, bei dem man ein Welterbe in der näheren Umgebung in Deutschland auf einer dreitägigen Klassenfahrt besucht. Im Schuljahr 2025/26 wählten die 10. Klassen Köln als Ziel aus, um dort den Kölner Dom zu besichtigen. Auch die 7/8er Französisch-bilingual Fahrt wählte ihr Ziel so aus, um auch der Welterbe-Erziehung Rechnung tragen zu können und fuhr in die Europastadt Strasburg, um dort unter anderem eine Bootstour durch die Grande Île (UNESCO Weltkulturerbe) zu unternehmen.