Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
- Juniorwahl 2026: Im Vorfeld der Landtagswahl 2026 nahmen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 9-12 an der Juniorwahl teil. Mit einer Wahlbeteiligung von 93% haben 218 Schülerinnen und Schüler den Ablauf einer demokratischen Wahl realitätsnah kennengelernt.
- Podiumsdiskussion zur Landtagswahl 2026: die SMV organisierte eigenständig zur Landtagswahl im März 2026 eine Podiumsdiskussion in der Schulaula mit den jeweiligen Spitzenkandidaten der Landtagswahl für den Main-Tauber-Kreis. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von unserem Schülersprecher Andreas Baier.
Jugend debattiert: Unsere Schule wurde im Schuljahr 2025 /26 offiziell ins bundesweite Netzwerk von "Jugend debattiert" aufgenommen. Um Teil dieser Community zu werden, haben wir folgende Kriterien erfüllt: jährliche Durchführung des Schulwettbewerbes "Jugend debattiert" an der eigenen Schule, regelmäßige Schulungen und Unterrichtsreihen zum Thema "Debattieren" in Klasse 8 durch dafür extra fortgebildete Lehrer:innen, Einrichtung einer jahrgangsübergreifenden Debattier-AG. Durch die Aufnahme in das Netzwerk konnten wir in diesem Schuljahr zum ersten Mal an den offiziellen Wettbewerben teilnehmen und sind hierbei bis in die Landesqualifikation vorgerückt. Doch "Jugend debattiert" ist viel mehr als nur ein Wettbewerb. Schülerinnen und Schüler lernen ihre eigene Meinung klar auszudrücken, gute Argumente zu finden, aber auch auf andere einzugehen und deren Perspektiven zu verstehen. Wir möchten mit der Teilnahme an "Jugend debattiert" unser Schulprofil weiter stärken und Akzente in den Bereichen Demokratiebildung, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung setzen, denn Debattenkultur gehört zur Schulkultur.
- Bildungspartnerschaft mit dem Staatsarchiv Wertheim: Die Archivpädagogik und die historische Bildungsarbeit in Archiven soll Schülerinnen und Schüler zu einem kritischen Umgang mit Geschichte sowie an die Erforschung von Originalquellen führen. Die Archivarbeit versteht sich als Stärkung der historisch-politischen Bildung von Schülerinnen und Schülern. Jede Schüler:in soll im Laufe der Schulzeit mindestens einmal das Staatsarchiv Wertheim besuchen. Durch den Besuch des Staatsarchives und der dabei durchgeführten Projekte sollen die Schülerinnen und Schüler Zugang zur Regionalgeschichte erhalten, in die quellenkritische Arbeit an regionalgeschichtlichen Beispielen eingeführt werden und eine Einordnung regionalgeschichtlicher Beispiele in übergeordnete historische Zusammenhänge vornehmen können.
Weitere Veranstaltungen bzw. Projekte an unserer Schule zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten:
- Am Samstag, den 20.06.2026 wurde in der Aula unserer Schule das Theaterstück "Weglaufen werde ich nie. Der Kampf des Felix Fechenbach" gezeigt. Der in Bad Mergentheim geborene Felix Fechenbach arbeitete als Journalist und Puppenspieler und trat in der Weimarer Republik unerschrocken gegen Hitler auf, was ihn zum Feind der Nazis werden ließ. Er starb bei seiner Festnahme durch die Nationalsozialisten.
- Anlässlich der diesjährigen Projekttage gab es eine Arbeitsgruppe, die sich mit den Stolpersteinen und den damit verknüpften Biographien in unserer Stadt beschäftigte.
- Im Schulcurriculum fest verankert sind Gedenkstättenfahrten u.a. nach Dachau, Buchenwald sowie das jüdische Museum in Creglingen.
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt
- Bildungspartnerschaft mit Adele und Roy Igersheim (USA): Alle zwei Jahre finden bei uns die "jüdischen Kulturtage im Taubertal" statt. Die Schirmherrschaft für diese Kulturtage hat neben Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, das jüdische Ehepaar Adele und Roy Igersheim aus Maryland, USA übernommen. Die Familie, die zu diesem Zweck im Juni 2026 gemeinsam mit Kindern und Enkelkindern ins Taubertal gereist ist, hat aktiv den Kontakt zu unserer Schule gesucht, um für die Zukunft eine lebendige Bildungspartnerschaft zu begründen mit folgenden Zielen:
- Wissensvermittlung und Erkennen von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, die zu Nationalsozialismus und Holocaust geführt haben
- Transformieren dieser Erkenntnisse auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen
- Kennenlernen der jüdischen Kultur und Religion
- Dialog für ein gelingendes Miteinander der Kulturen und Religionen
- Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und Zivilcourage
Diese Ziele sollen durch schulinterne, aber auch öffentliche Veranstaltungen erreicht werden. Im vergangenen Schuljahr haben wir folgende Veranstaltungen durchgeführt:
- Wanderausstellung des United States Holocaust Memorial Museum mit dem Titel: "Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand". Unsere Schule zeigte die Ausstellung im Juli 2026. Nicht nur die interne Schulgemeinschaft, sondern auch weitere Mergentheimer Schulen hatten die Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Extra geschulte Mentoren aus der Klassenstufe 10 standen als Gesprächspartner und Guides zur Verfügung und konnten für eine Führung gebucht werden. Insgesamt wurden über 180 Schülerinnen und Schüler durch ein moderiertes Gespräch von den Mentoren der Klasse 10 durch die Ausstellung geführt.
- Wanderausstellung "Gegen das Vergessen" des Künstlers und Fotografen Luigi Toscano. Diese Ausstellung war im Dezember 2025 für drei Wochen auf dem Schulhof aufgebaut und zeigte großformatige Porträts von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung, welche von Luigi Toscano auf seinen weltweiten Reisen getroffen und interviewt wurden. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wurden als Ausstellungs-Guides geschult und führten die Klassen der Stufen sieben bis zehn durch die Ausstellung. Auch die übrigen Schulen der Stadt Bad Mergentheim waren eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. Zusätzlich gab es ein Filmvorführung zur Ausstellung, bei der der Künstler persönlich anwesend war und mit den Schülerinnen und Schülern über seine Arbeit, seine Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust und die Bedeutung des Erinnerns ins Gespräch kam.
Besondere Eindringlichkeit erhielt die Veranstaltung durch die Anwesenheit der Zeitzeugin Anna Strishkowa. Sie schilderte aus eigener Perspektive ihre Erinnerungen an Verfolgung und Haft als Kind, u.a. im KZ Ausschwitz und in einem speziellen Kinderlager. Zwei ukrainische Schüler unserer Schule konnten bei diesem Zeitzeugengespräch als Übersetzer fungieren. Damit die Inhalte über den Veranstaltungstag hinaus zugänglich bleiben, wurde ein Video aufgenommen, welches im FN-Youtube-Kanal verfügbar ist. Mit dieser Ausstellung wurde ein starkes Zeichen für historische Verantwortung und lebendige Erinnerungskultur an unserer Schule gesetzt.
- Bereits etabliert hat sich der langjährige Austausch und die Zusammenarbeit mit der australischen Filmemacherin Ella Dreyfuss. Ihr Dokumentarfilm "Dreyfuss drei", der sich mit der Familiengeschichte der Künstlerin mit deutsch-jüdischen Wurzeln auseinandersetzt, wird bei uns immer am Ende des Schuljahres in den 10. Klassen gezeigt und im Anschluss erfolgt eine Video-Schaltung nach Australien, um mit der Künstlerin in ein persönliches Gespräch zu treten.
- Seit dem Schuljahr 2025 / 26 sind wir offiziell Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Im März liegen die UNESCO-Welttage des Wassers, des Waldes und der Poesie. Deswegen wird jedes Jahr um den 20. März ein Projekttag für die Klassenstufen 5, 7 und 9 veranstaltet, bei denen wir uns inhaltlich mit Wasser, Wald und Natur beschäftigen. Die Klassen 5 gehen zur Naturbeobachtung in den nahegelegenen Schlosspark, im Anschluss werden die Naturbeobachtungen in Poesie verwandelt. Die Kinder schreiben ihre ersten Naturgedichte in Form von Elfchen. Die Klassen 7 verbringen einen Vormittag im nahegelegenen Kurpark, wo sie die Heilquellen unserer Stadt besuchen und vom Kurdirektor über die gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers und unserer Quellen im besonderen informiert werden. Außerdem gibt es einen Wasser- und Heilquellen-Parcours. Die Klassenstufe 9 besuchen die Stadtwerke, wo sie Informationen zur Wassergewinnung und Aufbereitung erhalten und über Energiegewinnung im Taubertal aufgeklärt werden.
- Unser Schulgarten existiert seit über 30 Jahren. Neben verschiedenen Hochbeeten, einer Kräuterspirale, einem Schulteich und Obstbaumbestand gibt es auch eine Feuerstelle sowie ein "grünes Klassenzimmer". Betreut wird der Schulgarten durch die Garten-AG. Deren langjähriger Leiter wurde am Ende des Schuljahres in den Ruhestand verabschiedet. Ein Nachfolger ist glücklicherweise gefunden. Wir wollen die Themen "Schulgarten/Landwirtschaft/Ernährung" noch weiter in unseren Focus rücken und im Rahmen des "Frei-Days" (in BW ZukunftsDay) die nötigen Voraussetzungen schaffen, um projektbezogenes Arbeiten im und mit dem Schulgarten zu ermöglichen.
- Es existiert ein Schulwald. Dieser wird immer wieder für Unterrichtsprojekte im Rahmen des Biologieunterrichtes genutzt. Auch hier wollen wir im Rahmen des "Frei-Days" die nötigen Strukturen schaffen, um den Schulwald noch intensiver für unseren Unterricht zu nutzen.
Global Citizenship Education
- Es besteht seit 15 Jahren ein Kontakt nach Ghana zu der in Accra ansässigen "Mother-of-all-Nations-Foundation". Diese "Non-Profit Social Impact Organization" setzt sich in besonderer Weise für frühkindliche Erziehung, Kinder- und Mädchenrechte, sowie Aus- und Weiterbildung von sozial vernachlässigten Jugendlichen ein. Bei uns werden einmal jährlich anlässlich der Fastenaktion der Fachschaft Religion für dieses Organisation Spendengelder gesammelt. Durch Videokonferenzen konnten wir persönlichen Kontakt mit der Organisation aufnehmen. Außerdem erhielten wir im Januar 2025 anlässlich des UNESCO-Education-Days Besuch vom geschäftsführenden Direktor dieser NGO. Der Kontakt soll weiter ausgebaut und vertieft werden.
- Jährlich in der letzten Woche vor den Sommerferien findet "Radeln für Bangladesch" statt. Der Erlös dieser Sponsorenfahrt wird gespendet an Netz: Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit, und kommt direkt bedürftigen Schulkindern in Bangladesch zugute.
- Während die Unter- und Mittelstufe am "Radeln für Bangladesch" teilnimmt, besteht für die Oberstufe am gleichen Tag die Möglichkeit, sich bei "Aktion Tagwerk - Dein Einsatz zeigt Wirkung" zu engagieren. Statt die Schulbank zu drücken, gehen die Oberstufenschülerinnen und Schüler an diesem Tag arbeiten und spenden den Lohn an ein Bildungsprojekt.
Welterbebildung
Im Schulcurriculum verankert sind folgende Projekte:
- Fahrt zum Weltkulturerbe Residenz Würzburg mit Jahrgangsstufe 7, organisiert durch die Fachschaft Kunst.
- Fahrt zum Limesmuseum nach Osterburken mit der Jahrgangsstufe 6, organisiert durch die Fachschaft Geschichte (gerade in Umstellung auf neuen Lehrplan G9)
- Exkursion nach Trier, organisiert durch Fachschaft Latein.
- Alle zwei bis drei Jahre Exkursion nach Rom, organisiert durch Fachschaft Latein / Kunst.