Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
- Im Dezember 2025 hat das E.I. an der internationalen Briefeschreibaktion von Amnesty International "Write for Rights" teilgenommen. Anlässlich des Tags der Menschenrechte setzten sich die vier Klassen, die im vergangenen Schuljahr bilingual in Gemeinschaftskunde unterrichtet wurden (10d, 11a, 11b, 11c) zusammen mit ihren Lehrkräften mit dem Thema Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen auseinander: Im Unterricht wurden zunächst grundlegende Hintergründe zu Menschenrechten erarbeitet. Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den aktuellen Fällen der diesjährigen Write for Rights-Kampagne. Es entstanden schließlich über 180 Briefe, die sich solidarisch an Betroffene von Menschenrechtsverletzungen sowie an verantwortliche Entscheidungsträger richten.
- In diesem Jahr fand unsere Woche gegen Rassismus und für Courage unter dem Motto „Ein Herz für Courage und Menschenwürde - es beginnt mit dir“ statt. Alle Klassenstufen nahmen an speziell auf sie zugeschnittenen Projekten teil, um das Thema auf altersgerechte und erlebbare Weise sowohl im Unterricht als auch an außerschulischen Lernorten zu vertiefen. Die 5. Klassen beschäftigten sich intensiv mit den Kinderrechten und gestalteten Plakate, die zeigen, wie wichtig Schutz, Beteiligung und Gleichbehandlung sind. In den 6. Klassen stand das Projekt „Mithilfe beflügelt“ im Fokus: Durch das Basteln und Beschriften von Flügeln wurde für die Kinder deutlich, wie und wodurch man helfen kann und wie positiv solidarisches Handeln wirkt. Die Sechstklässler*innen lernten außerdem in den Englisch- und Ebili-Stunden Ruby Bridges kennen: eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin und das erste afroamerikanische Mädchen an ihrer Grundschule in New Orleans. Bei den 7. Klassen wurde Zivilcourage in Rollenspielen trainiert und sie lernten, wie man sicher und mutig eingreift. In den 8. Klassen drehte sich alles um einen respektvollen Diskurs, bei dem Streitkultur und Argumentationsfähigkeit im Mittelpunkt standen. Die 9. Klassen setzten sich im Rahmen von „Rechtsstaat macht Schule“ mit demokratischen Grundprinzipien auseinander. Die Zehntklässler besuchten das Dokumentationszentrum der Sinti und Roma in Heidelberg, wo sie sich mit Geschichte und Gegenwart dieser Minderheit auseinandersetzten. Die 11. Klassen nahmen im Rahmen unserer Partnerschaft mit der Gedenkstätte Friedrich Ebert in Heidelberg an einem dort angebotenen Collagenworkshop teil und setzten sich mit sozialkritischer Kunst auseinander. Die K1 erarbeitete sich im Workshop „E wie Engagement“ Wege politischen Handelns, während die K2 im Projekt „Parolen Paroli bieten“ Strategien gegen diskriminierende Sprache entwickelte.
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt
- 1Jahr - 1Land: Ecuador. Nach Brasilien, Indien, Polen, Äthiopien, Ungarn, Kolumbien,
Deutschland, Südafrika, der Ukraine, Südkorea und Belgien hat die Schulgemeinschaft für das Schuljahr 25/26 Ecuador als Motto-Land gewählt.
Ecuador zu wählen war dadurch nahegelegt, dass wir im vorangehenden Schuljahr eine Schulpartnerschaft mit dem Colegio Alemán in Quito eingegangen sind. Mittlerweile haben beiderseitige Austauschbesuche kleinerer Schüler*innengruppen mit Lehrkräften stattgefunden und so erschien es sinnvoll, Aspekte von Ecuador für die ganze Schulgemeinschaft erfahrbar zu machen.
Im Laufe des Schuljahrs wurden der Schulgemeinschaft nach und nach sämtliche UNESCO-Welterbestätten Ecuadors, zum Beispiel die Altstadt von Cuenca und die Galapagos-Inseln über einen großen Info-Bildschirm nähergebracht, der sich bei uns auf dem Schulhof befindet.
Aus der Zusammenarbeit des UNESCO-Teams mit einer Kollegin und ihrem Geo-LK ergab sich in den letzten Wochen des Schuljahrs die Möglichkeit für die 5. und 6. Klassen, Ecuador auf dem E.I.-Gelände zu erkunden. Dazu hat der Geo-LK Info-Material zu Landschaftsformen, Tierleben und typischem Essen in Ecuador, ergänzt durch einen gut gefüllten Survival-Rucksack mit ganz unterschiedlichen Quiz- und Spielideen kombiniert. Angeleitet wurden die Unterstufenschüler*innen von Schüler*innen des UNESCO-Teams, die das ganz prima gemacht haben!
Die seit Jahren bestehenden Kooperation unseres Milchbarteams (bei uns heißt die Schulkantine "Milchbar") mit dem UNESCO-Team konnte auch in diesem Jahr fortgesetzt werden und so gab es immer wieder dienstags die Möglichkeit, Besonderheiten der ecuadorianischen Küche kennenzulernen.
Mit Spendengelden aus dem Schuljahr 25/26 (inbesondere durch einen Sponsorenenlauf beim Sportfest im Juli generiert) unterstützen wir ein Kinderschutz-Projekt von SOS-Kinderdörfer weltweit für die Länder Ecuador, Kolumbien und Peru.
-Eine Gruppe von Schüler*innen unserer BEAM-Kurse (BEAM: Business, Entrepreneurship And Math, regelmäßig bei uns stattfindender Seminarkurs) hat begeleitet von zwei Lehrkräften im Juni den ersten Besuch seitens des E.I. an der Jinshan High School in Shanghai China unternommen. Im Rahmen dieser Reise wurde der Vertag zu einer Schulpartnerschaft unterzeichnet. Die Gruppe hat im Juli einen für die Schulgemeinschaft offenen Abend am Englischen Institut gestaltet und von tief beeindruckenden Erlebnissen in einem in einigen Aspekten für viele noch unvertrauten kulturellen Umfeld berichtet. Im kommenden Schuljahr erwarten wir den sicherlich auch sehr spannenden Gegenbesuch aus China.
-Im Dezember 2025 haben sich wie in den Vorjahren Schüler*innen aller Klassenstufen am Englischen Institut, organisiert von der SMV, an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" beteiligt. Ziel der Aktion ist es, Kindern, die in schwierigen Lebenssituationen aufwachsen, eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Dafür packten die Schülerinnen und Schüler Schuhkartons mit Spielzeug, Hygieneartikeln, Schulmaterialien und kleinen Überraschungen. Insgesamt sind 137 Geschenkboxen zusammengekommen. Diese wurden von der Organisation "Samaritan’s Purse" an bedürftige Kinder in Osteuropa und Afrika verteilt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Um die Thematik des Weltwassertages am 22. März 2026 für die Schulgemeinschaft sichtbar werden zu lassen - in diesem Jahr "Where water flows, equality grows" - haben wir uns am Gymnasium Englisches Institut an einem Wettbewerb zur Gestaltung von Postkarten beteiligt. Organisiert wurde dieser Wettbewerb von der Heidelberg IT Management GmbH & Co. KG, der Water Is Right Stiftung, der SRH University (Studiengänge Medien- und Kommunikationsmanagement sowie Water Technology), sowie der internationalen Initiative Democratia-Aqua-Technica. Zwei Schülerinnen unseres Gymnasiums erhielten dabei die ersten beiden Plätze in der Kategorie Mittelstufe.
- Seit vielen Jahren gehört Outdoor Education zum festen Bestandteil unseres Schulprofils: Alle Schüler*innen der 5. Klasse haben am E.I. wöchentlich einen Tag Untericht außerhalb unseres Schulgeländes, der die Fächer BNT, Geographie und Sport umfasst. Der Unterricht findet meistens in einem Heidelberger Waldgebiet statt. Gelernt wird aber auch in Einrichtungen der Pädagogischen Hochschule wie der GIS-Station, dem Geco-Lab und dem Ökogarten. Der Zoo bietet die Möglichkeit, vielen Tieren näher zu kommen, als dies in der freien Natur möglich ist. Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben, Museen und anderen Einrichtungen ergänzen den Unterricht.
Global Citizenship Education
- Alle Schüler*innen unseres Gymnasiums belegen bei uns einen bilingualen Zug. In
den ersten zwei Jahren erhalten sie in diesem Rahmen einen um insgesamt drei
Unterrichtsstunden erweiterten Englischunterricht. Anschließend erfolgt immer jeweils
ein Fachunterricht (beispielsweise Geographie, Geschichte, Gemeinschaftskunde
oder Biologie) in englischer Sprache. Die dadurch erworbenen, erkennbar
höheren Kommunikationsfähigkeiten sehen wir als wichtige Voraussetzung für die
Idee eines kompetenten und verantwortungsbewussten Weltbürgertums an. Außerdem
ist bilingualer Unterricht grundsätzlich auf Multiperspektivität ausgelegt. Es geht darum, Meinungen, die in unterschiedlichen verschiedener Ländern und kulturellen Zusammenhängen vertreten werden, miteinander zu vergleichen, so den Perspektivenwechsel einzuüben und international zu denken.
Welterbebildung
-Welterbebildung ist am E.I. durch Kopplung mit dem Motto "1 Jahr - 1 Land" - im letzten Schuljahr war Ecuador unser gewähltes Land - fest verankert.
Die Welterbestätten Ecuadors, wie zum Beispiel die Altstadt von Quito und die Andenstraßen der Inka wurden der Schulgemeinschaft über unseren Info-Bildschirm nähergebracht. Die Welterbestätten von Ecuador wurden außerdem vom UNESCO-Team am Tag der offenen Tür und beim Sommerfest an Ständen, kombiniert mit einem kleinen Quiz, präsentiert.