Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
Im Schuljahr 2025/2026 wurde die Menschenrechts- und Demokratiebildung durch vielfältige Aktivitäten und fest verankerte Formate im Schulalltag weitergeführt und ausgebaut.
Die wöchentliche Klassenratsstunde von 45 Minuten ist in allen Jahrgangsstufen fest im Stundenplan verankert und stärkt Mitbestimmung, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Gesprächskultur. Sie wurde durch neues Arbeitsmaterial für die Klassen 5 und 6 noch schülerorientierter gestaltet.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Menschenrechten, Zivilcourage und der Auseinandersetzung mit Ausgrenzung und NS-Geschichte. Im Anschluss an die Verlegung von vier Stolpersteinen für NS-Opfer in Kaltenkirchen wurde in der Schule eine Dauerausstellung zum NS-Justizopfer Gustav Meier eröffnet. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit lokaler Geschichte und macht die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Gegenwart erfahrbar.
Unter dem UNESCO-Jahresmotto „Grenzen überwinden“ besuchten mehrere Klassen die Gedenkstätte Lübecker Märtyrer. Gemeinsam mit dem Leiter der Gedenkstätte setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Geschichte der Lübecker Geistlichen, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Zivilcourage auseinander. Die Erfahrungen wurden am folgenden Tag in einem Projekttag aufgegriffen, reflektiert und weiterbearbeitet.
Auch nahmen verschiedene Klassen Dialog- und Quizformat „Mazel Tov“ und setzten sich mit jüdischem Leben in Deutschland auseinander und diskutierten über den wichtigen Kampf gegen Antisemitismus.
Damit verbindet die Schule historisch-politisches Lernen, Menschenrechtsbildung und konkrete Partizipation und trägt diese Themen zunehmend in die gesamte Schulgemeinschaft.
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt
Im Schuljahr 2025/2026 wurde das interkulturelle Lernen als wichtiger Bestandteil des schulischen Zusammenlebens durch vielfältige Aktionen und Projekte gestärkt. Im Mittelpunkt stand dabei das gemeinsame Motto „Grenzen überwinden“, das dazu anregte, Vielfalt als Bereicherung wahrzunehmen, Vorurteile zu hinterfragen und Solidarität zu leben.
Ein besonderes Beispiel war der UNESCO-Projekttag „Grenzen überwinden – Vielfalt leben“ in Kooperation mit dem Kolping-Netzwerk für Geflüchtete. Die Schülerinnen und Schüler kamen mit Menschen mit Fluchterfahrungen ins Gespräch und erhielten durch persönliche Begegnungen Einblicke in unterschiedliche Lebenswege. Ergänzt wurde der Austausch durch ein mobiles Mitmach-Mobil mit multimedialen Stationen, Videos, Hörberichten und interaktiven Angeboten zu Flucht, Ankommen und Zusammenleben. Die Verbindung von Begegnung, Information und eigenem Erleben schuf vielfältige Anlässe für Empathie und Reflexion.
Auch im weiteren Schulalltag wurde gesellschaftliche Verantwortung praktisch erfahrbar. Ein Beispiel dafür war ein Spendenlauf für Menschen in Krisenregionen unserer Welt, der von der LdE-Gruppe des 9. Jahrgangs engagiert vorbereitet und durchgeführt wurde. Solche Aktionen verbinden interkulturelles Lernen mit konkretem solidarischem Handeln und stärken das Bewusstsein dafür, dass Vielfalt, Menschenrechte und globale Verantwortung unmittelbar miteinander verbunden sind.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein fester Bestandteil unserer Schulentwicklung. Eine eigene Schulentwicklungs-AG beschäftigt sich kontinuierlich mit Fragen rund um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und verantwortungsbewusstes Handeln. Wie vielfältig dieses Engagement ist, zeigen die zahlreichen Projekte und Erfolge des Schuljahres 2025/2026.
Ein besonderer Erfolg war die erneute Auszeichnung als „Zukunftsschule Schleswig-Holstein“ – Stufe 2. Zudem erreichte unsere Schule im städtischen Energiespar- und Nachhaltigkeitsprojekt den 2. Platz. Insgesamt beteiligten sich sieben Kaltenkirchener Schulen an dem seit 2023 laufenden Klimaschutzprojekt. Ausgezeichnet wurden Aktivitäten zu Energieeinsparung, Ressourcenschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Auch beim Klimathon 2025 engagierten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Mit insgesamt 18.028 Klimapunkten erreichte unsere Schule den 3. Platz im Kreis Segeberg. Im Anschluss beteiligten wir uns an der europaweiten Aktion „Kindermeilen“ des Klima-Bündnis. Für klimafreundlich zurückgelegte Wege sammelten die Schülerinnen und Schüler grüne Meilen, die beim Kaltenkirchener Stadtfest symbolisch an den Bürgermeister übergeben wurden.
Im Rahmen einer Projektwoche setzte sich die Klasse 8b mit dem Thema „Low-Emission-Schools in Norddeutschland“ auseinander. Dabei entwickelten die Schülerinnen und Schüler konkrete Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Schulalltag – von einer verbesserten Mülltrennung über die Verwendung von Recyclingpapier und Textilhandtüchern bis hin zu Maßnahmen zum Energiesparen.
Auch der LdE-Kurs des 9. Jahrgangs beschäftigte sich praktisch mit nachhaltigem Konsum und Ressourcenschutz. Aus leeren Getränkepäckchen entstand eine wiederverwendbare Pyramide, die gleichzeitig auf die Problematik von Verpackungsmüll aufmerksam macht.
Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme am SolarCup Schleswig-Holstein. Ein Team der Klasse 8d erreichte in der Kategorie „Bionik meets solar“ den 2. Platz. Damit konnten die Schülerinnen und Schüler technisches Interesse, Kreativität und die Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien miteinander verbinden.
Die vielfältigen Aktivitäten zeigen, dass Nachhaltigkeit an unserer Schule nicht nur im Unterricht thematisiert wird, sondern zunehmend im Schulalltag gelebt und gemeinsam gestaltet wird.
Risiken und Chancen im digitalen Zeitalter
Im Schuljahr 2025/2026 setzte sich die Gemeinschaftsschule am Marschweg mit den Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters auseinander. Ein besonderes Beispiel war die Teilnahme an einer deutschlandweiten Studie zu Serious Games im Unterricht. Schülerinnen und schüler der 10. Klassen erprobten gemeinsam mit dem Gamelab der Universität Oldenburg das Spiel „The Darkest Files“ und setzte sich dabei auf interaktive Weise mit der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen auseinander.
Die Schulentwicklungsgruppe „Digitalisierung“ evaluierte zudem die Erfahrungen mit den Tabletklassen und der 1:1-Ausstattung und entwickelte das Medienkonzept weiter. Mit der Einführung des Informatikunterrichts ab Jahrgangsstufe 7 wurde die digitale Bildung zusätzlich systematisch gestärkt.
Welterbebildung
Im Schuljahr 2025/2026 wurde die Welterbebildung durch vielfältige außerschulische Lernangebote und die gezielte Einbindung in den Unterricht weiter gestärkt. Unterschiedliche Klassen und Gruppen besuchten verschiedene UNESCO-Welterbestätten und setzten sich vor Ort mit deren kultureller, historischer und ökologischer Bedeutung auseinander. Dazu gehörten unter anderem das Weltnaturerbe Wattenmeer in St. Peter-Ording, Haithabu bei Schleswig, die Speicherstadt in Hamburg und die Lübecker Altstadt. Eine weitere Gruppe besuchte das Europäische Hansemuseum in Lübeck und vertiefte dort die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Hanse.
Auch die fachliche Verankerung im Unterricht wurde weiterentwickelt. Die Fachschaft Geografie nutzte einen Fortbildungstag im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning, um die Möglichkeiten der Vermittlung des Weltnaturerbes Wattenmeer zu erweitern und dessen Bedeutung stärker im Schulcurriculum zu verankern.
Im Rahmen der Welterbebildung setzten sich verschiedene Klassen mit dem Tagebuch der Anne Frank auseinander. Die erhaltenen Manuskripte von Anne Frank wurden 2009 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ (Weltdokumentenerbe) aufgenommen. Das Tagebuch wurde in verschiedenen Klassen gelesen und altersgerecht im Unterricht behandelt. Ergänzend fanden unterschiedliche Unterrichtsprojekte statt. Der Anne-Frank-Tag wurde mit der Eröffnung einer Anne-Frank-Plakatausstellung begangen. Verschiedene Klassen besuchten zudem das Anne Frank Haus in Amsterdam.
Durch die Verbindung von Unterricht, außerschulischen Lernorten und fachlicher Weiterbildung wird Welterbebildung zunehmend als fester Bestandteil des schulischen Lernens etabliert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei die Möglichkeit, Welterbestätten unmittelbar zu erleben und deren Bedeutung für Geschichte, Kultur, Natur und eine nachhaltige Zukunft zu reflektieren.