Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
Die Loreleyschule setzt ihre inhaltlichen Schwerpunkte insbesondere in den Bereichen Menschenrechts- und Demokratieerziehung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie Welterbebildung. Durch die besondere Lage der Schule im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie durch die organisatorische Verbundenheit von Realschule plus und Grundschule ergeben sich günstige Voraussetzungen, diese Themen schulstufenübergreifend und nachhaltig in beiden Schulteilen zu verankern.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
Die Menschenrechts- und Demokratiebildung ist fest im Schulalltag der Loreleyschule verankert und wird durch vielfältige Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt.
Im Religions- und Ethikunterricht der Klassenstufen 5 bis 10 nahm die Loreleyschule im Berichtsjahr an einem Projekt des Anne-Frank-Zentrums teil. Ziel des Projekts war die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus sowie die Förderung von Vielfalt und demokratischen Werten. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich intensiv mit der Lebensgeschichte Anne Franks und gestalteten kreative Ausstellungsstücke, die in einer museumartigen Präsentation der gesamten Schulgemeinschaft zugänglich gemacht wurden.
Als Schule im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird die Schulgemeinschaft jährlich durch entsprechende Aktionen begleitet, unter anderem durch die Organisation eines Theaterstücks mit thematischem Bezug.
Der Klassenrat ist als zentrales Instrument demokratischer Mitbestimmung fest etabliert. Klassenleitungen und Fachlehrkräfte nutzen dieses Format regelmäßig, um Konflikte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern selbstbestimmt und lösungsorientiert zu bearbeiten. Ergänzend dazu unterstützt das von der Schulsozialarbeit initiierte und begleitete Streitschlichterprogramm die eigenverantwortliche Konfliktlösung durch Schülerinnen und Schüler.
Im Rahmen der Europawahl wurde an der Loreleyschule eine schulinterne Wahl durchgeführt. In diesem Jahr übernahm erstmals eine sechste Klasse die Vorbereitung und Auszählung der Stimmen. Dieses Projekt soll künftig fortgeführt werden, um insbesondere jüngeren Schülerinnen und Schülern einen spielerischen und niedrigschwelligen Zugang zu demokratischen Prozessen zu ermöglichen.
Darüber hinaus werden an der Loreleyschule in Kooperation mit den Maltesern Rhein-Lahn Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter ausgebildet. Die Teilnehmenden erwerben umfassende Kompetenzen in Erster Hilfe und sind inzwischen auch in der Lage, Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung anzuleiten.
Weitere Beiträge zur Menschenrechtsbildung waren die Teilnahme am Amnesty-Briefmarathon sowie die aktive Beteiligung von Loreleyschülerinnen und -schülern am Aktionstag für Demokratie und Vielfalt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das schulische Bienenprojekt wurde im Berichtsjahr durch die Einrichtung eines Wahlpflichtfachs weiter ausgebaut. Dadurch können die Inhalte noch stärker in den schulischen Alltag integriert und kontinuierlich vertieft werden.
Im schuleigenen „Tante-Lore-Laden“ werden ausschließlich regionale Produkte sowie Fair-Trade-Erzeugnisse angeboten. Das Thema Fairer Handel ist zudem fest in den Wahlpflichtfächern Hauswirtschaft und Sozialwesen (HUS) sowie Wirtschaft und Verwaltung (WUV) verankert.
Ein umzäuntes Feuchtbiotop neben dem Schulhof wird im Rahmen des Biologieunterrichts regelmäßig gepflegt und gereinigt. Inzwischen haben sich dort verschiedene Lurcharten angesiedelt. Der schuleigene Weinberg ist darüber hinaus ein regelmäßiger Lernort im Gesellschaftslehreunterricht.
Ergänzend nehmen die Lerngruppen an verschiedenen Welttagen teil, die im Gesellschaftslehreunterricht thematisch aufgegriffen und reflektiert werden.
Der BNE-Standort Loreleyschule soll in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickelt und inhaltlich vertieft werden. Ein zentrales Zukunftsvorhaben ist die Umgestaltung des bestehenden Schulgartens zu einem Projektgarten im Rahmen der BUGA 2029.
Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen, zukunftsfähigen Gartens, der ökologische, soziale und klimatische Herausforderungen berücksichtigt und insbesondere Aspekte des Klimawandels aufgreift. Der Projektgarten soll dabei nicht nur als Lernort dienen, sondern auch langfristig zur Umweltbildung und zur Sensibilisierung für nachhaltiges Handeln beitragen.
Zur Umsetzung dieses Vorhabens ist vorgesehen, im kommenden Jahr einen Förderantrag auf Landesebene zu stellen, um den Umbau des Schulgartens finanziell abzusichern. Die Planung und Umsetzung sollen in einem partizipativen Prozess erfolgen, in den Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern in besonderem Maße eingebunden werden.
Welterbebildung
Die Welterbebildung ist eng mit der Lage der Loreleyschule im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal verbunden und bildet einen festen Bestandteil des Schulprofils. Zukünftig sollen die Welterbeexperten in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Oberes Mittelrheintal wieder reaktiviert werden.
Auch im Berichtsjahr engagierten sich die Schülerinnen und Schüler aktiv für den Erhalt der Kulturlandschaft rund um die Loreleyschule. Durch die Arbeit im schuleigenen Weinberg leisten sie einen konkreten Beitrag zum Erhalt des charakteristischen Erscheinungsbildes des Rheintals.
Ein regelmäßiger außerschulischer Lernort ist das Limes-Kastell in Pohl, das als Teil des UNESCO-Welterbes Obergermanisch-Raetischer Limes besucht wird. Darüber hinaus besteht eine Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Oberes Mittelrheintal.
Ergänzend fanden Besuche von Welterbestätten in England statt, die den internationalen Blick auf das Thema Welterbe erweiterten und vertieften.
Für das Jahr 2026 sind zum Projekttag "Grenzen überwinden" ein Präsentationstag auf der Loreleybühne geplant. Welterbethemen werden dort ebenfalls Verankerung finden.