Plattform der UNESCO-Projektschulen

Die Kommunikationsplattform des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen in Deutschland ist eine Arbeits- und Vernetzungsplattform. Sie ermöglicht dem Netzwerk einen engen und transparenten Austausch und bündelt vielfältige Arbeitsprozesse an einem Ort. Die öffentliche Seite der Kommunikationsplattform bietet die Möglichkeit mehr über die Aktivitäten des Netzwerks und einzelne UNESCO-Projektschulen zu erfahren.

mehr Mehr Informationen zum Netzwerk der UNESCO-Projektschulen und der Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen finden sich hier:

Oberstufen-Kolleg, Universität Bielefeld, Bielefeld

Steckbrief
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Trägerschaft
öffentlich
Spezifizierungen Schulart
Das Oberstufen-Kolleg Bielefeld (kurz: OS) ist eine Versuchsschule des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen
Status
anerkannt
Adresse
Straße, Hausnummer
Universitätsstr. 23
Postleitzahl
33615
Ort
Bielefeld
Telefon (Zentrale)
+49 (0) 521 106 2860
Website
https://oberstufen-kolleg.de/
Kontaktperson (Schulkoordination)
Nils Remke
Einblicke zur UNESCO-Arbeit der Schule

Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.

Menschenrechts- und Demokratiebildung

An unserer Schule ist die Beteiligung der Schülerinnen an Schulentwicklungsprozessen fest verankert und ein zentrales Element unserer Schulkultur. Die Schülerinnen werden dabei nicht nur aktiv in bestehende Entwicklungsprozesse eingebunden, sondern haben ausdrücklich die Möglichkeit, eigene Themen und Projekte vorzuschlagen, bei denen sie Handlungsbedarf für die Schule sehen. Diese Impulse werden im Rahmen von Schulentwicklungstagen aufgegriffen und in Kleingruppen weiterbearbeitet. Die Schüler*innen arbeiten dabei gemeinsam an konkreten Fragestellungen, entwickeln Lösungsansätze und dokumentieren ihre Ergebnisse systematisch. Auf diese Weise gestalten sie ihren Lern- und Lebensraum eigenständig mit und übernehmen Verantwortung für die Weiterentwicklung der Schule. Dieses partizipative Vorgehen stärkt demokratische Kompetenzen, fördert Selbstwirksamkeit und trägt dazu bei, die Schule für alle Beteiligten kontinuierlich zu einem besseren Ort zu machen. Das zentrale Schulentwicklungsprojekt in diesem Jahr war die Erarbeitung einer neuen Handynutzungsordnung. In einem strukturierten Prozess wurden die unterschiedlichen Perspektiven, Bedenken und Wünsche von Lehrkräften und Schülerinnen gegenübergestellt und gemeinsam diskutiert. Ziel war es, ein einvernehmliches, tragfähiges und praxisnahes Konzept zu entwickeln, das sowohl pädagogische Anforderungen als auch die Lebensrealität der Schülerinnen berücksichtigt. Die Handynutzungsordnung wurde erfolgreich verabschiedet und stellt ein gelungenes Beispiel für gelebte Partizipation und demokratische Entscheidungsfindung an unserer Schule dar.

Risiken und Chancen im digitalen Zeitalter

Vom 4.6. bis zum 8.6. haben drei Lehrkräfte im Rahmen von die neue Partnerschule des OS in Warschau besucht. Neben den anregenden Unterrichtshospitationen und Gesprächen mit Schulsozialarbeiterinnen sowie der Schulleitung haben sie mit den beteiligten Lehrkräften und Schülerinnen über einen geplanten Austausch im kommenden Wintersemester sowie das laufende KI-Projekt, das in dem Entwicklungsprojekt „KIU – KI und Urteilsbildung“* integriert ist, gesprochen. Dieses Projekt haben sie mit einer gemeinsamen Zoomkonferenz mit Schülerinnen und beteiligten Kollegiatinnen aus Warschau und Bielefeld am Montag, den 17.6., für dieses Schuljahr abgeschlossen. Die Diskussion wurde durch eine Distanzphase vorbereitet, in der die Schülerinnen und Kollegiatinnen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie Biologie, Philosophie, Sprache und Recht über Taskcards gearbeitet haben. Zunächst wurden die auf den Taskcards gesammelten Ergebnisse vorgestellt, über die anschließend durchaus kontrovers, inspirierend und ergebnisreich diskutiert wurde. Einige Eindrücke dieses Besuchs mag das nachfolgende Video vermitteln. Ein Wiedersehen ist im September geplant.

Sonstige Schwerpunktthemen

„Auf den Spuren der Vergangenheit“: One-World-Kurs führt Vorlese-Projekt mit der Laborschule durch: Im Rahmen des One-World-Profils hat der Geschichtskurs ein besonderes Vorlese-Projekt unter dem Titel „Auf den Spuren der Vergangenheit“ konzipiert und am 13. Juni 2025 erfolgreich mit der Kobalt-Lerngruppe der Laborschule durchgeführt. Die Planung erstreckte sich über etwa einen Monat und wurde von den Kollegiat*innen des Kurses maßgeblich gestaltet: In demokratischer Abstimmung entwickelten sie das Projekt nach eigenen Ideen und Schwerpunkten. Dabei wurde sowohl über die generelle Durchführung als auch über die Detailplanung gemeinsam entschieden. Zentraler Bestandteil war ein gemeinsam erarbeiteter Unterrichtsblock zur Lebensgeschichte von Anne Frank, deren Geburtstag sich am 12. Juni erneut jährte. Den Schüler*innen der Laborschule wurde in Kleingruppen aus einem altersgerechten Buch über Anne Frank vorgelesen. Um das Thema greifbarer zu machen, kam ein eigens gestalteter „Zeitkoffer“ zum Einsatz. Dieser enthielt symbolträchtige Gegenstände aus dem Leben im Versteck, darunter ein altes Radio, Schulhefte, Kastanien, ein Davidsstern, ein Einmachglas und eine Kartoffel. So konnten die Kinder Einblicke in das Alltagsleben im Hinterhaus erhalten. Im Anschluss an das Vorlesen durften die Schüler*innen der Laborschule aktiv und kreativ werden: Sie entwickelten in Gruppenarbeit Standbilder, kleine Theaterszenen, Zeichnungen oder schrieben eigene Tagebucheinträge aus der Perspektive Anne Franks. Diese kreativen Zugänge halfen, das ernste Thema emotional erfahrbar zu machen. Für die Kollegiat*innen des Geschichtskurses bot das Projekt nicht nur eine Möglichkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Geschichte, sondern auch zur Erprobung in einer aktiven, gestaltenden Lehrrolle, eine Erfahrung, die sie mit Engagement und Empathie meisterten. Die Rückmeldungen aus beiden Lerngruppen und den Lehrenden waren durchweg positiv. In angenehmer, wertschätzender Atmosphäre wurde ein anspruchsvolles Thema sensibel und lebendig aufgearbeitet, ein gelungener Abschluss des Projekts für beide Gruppen.