Alle UNESCO-Projektschulen berichten jährlich über ihre Aktivitäten im zurückliegenden Schuljahr. Einzelne Abschnitte der Darstellung zu den Aktivitäten der einzelnen UNESCO-Projektschulen werden hier veröffentlicht.
Menschenrechts- und Demokratiebildung
Der Friedensidee unseres Namensgebers Pierre de Coubertin folgend, setzten und setzen sich die Schüler/innen in verschiedenen Fächern und Aktivitäten mit diesem Thema sowie den damit verbundenen olympischen (=humanistischen) Werten Respekt, Völkerfreundschaft, Solidarität, Fairplay auseinander und hinterfragten kritisch nationale und globale Entwicklungen.
• Traditionell wurden die jüngsten Schüler/innen der 5. Klassen von der Schulkoordinatorin im Rahmen ihrer Einführungswoche durch die Schülerausstellung im Foyer geführt, wo sie sich mit Coubertins Engagement für Frieden und Völkerverständigung vertraut machten. Im anschließenden Quiz vertieften sie ihre Kenntnisse.
• Den Juniorwahlen anlässlich der Landtagswahlen am 1. September 2024 wurde durch eine gründliche Vor- und Nachbereitung in allen 9.-12. Klassen (ca. 200 Schüler/innen) besonderes Augenmerk (ca. 10 h) gewidmet. Dadurch konnte - wie auch bei vorangegangenen Wahlen - eine Schülerbeteiligung von 90% erreicht werden (abwesende Schüler fehlten aufgrund von Krankheit oder von Wettkampfverpflichtungen außerhalb Erfurts).
• Schüler/innen der 9. Klasse setzten sich im Rahmen des Englischunterrichts ausführlich mit der Geschichte Südafrikas und dem langen Kampf gegen Apartheid und Rassismus auseinander. In Gruppen erarbeiteten sie verschiedene Facetten des Kampfes der schwarzen Bevölkerung und machten sich mit dem beispielhaften Engagement junger Menschen unserer Partnerschulen vertraut.
• In mehreren Fächern und verschiedenen Klassen/Kursen wurde insbesondere der Angriffskrieg auf die Ukraine und die Sorge um unsere ukrainische Partnerschule thematisiert. Mehrere ukrainische Sportler/innen machten in kurzer Zeit große Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache sowie im Fachunterricht und sind gut in ihre Klassen und Trainingsgruppen integriert (s.a. Interkulturelles Lernen).
• Im Rahmen des Geschichtsunterrichts wurde für die Schüler/innen der 10 Klassen erneut eine gründlich vor- und nachbereitete Exkursion in die KZ- Gedenkstätte Buchenwald organisiert. Die Schüler und Schülerinnen der A24 (13. Klasse) führten einen Projekttag in der Gedenkstätte Mittelbau Dora durch.
• „Zum Einstieg in den Sozialkundeunterricht der Oberstufe nahm der Sozialkundekurs der A27 am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teil. Nach demokratischer Abstimmung zur Teilnahme entschied sich der Kus für die Bearbeitung des Themas "Rechtsextreme Inhalte im Netz: Wer macht was? Und reicht das?“. Ein intensives Brainstorming, kritische Internetrecherche und gut geplante Interviews mit Experten bildeten die Voraussetzung für die Aufnahme eines Podcast mit Unterstützung von ´Radio F.R.E.I.‘" (s. Website des Coubertin-Gymnasiums Erfurt). Dieser Beitrag wurde mit 250 Euro prämiert.
• Am 07.01.2025 fand für drei Mannschaften unserer Fußballer der U16, U17 und U19, die beim FC Rot-Weiß Erfurt e.V. trainieren, auch im vergangenen Schuljahr ein Tagesworkshop zum Thema „Fußball verbindet?! -ein Antidiskriminierungsworkshop“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. „Eine wichtige Rolle kommt dabei den Spielern selbst zu. Sie müssen auf und neben dem Platz erkennen können, was noch als Kraftausdruck unter Fußballern gelten kann und wo rassistische Beleidung und Diskriminierung anfangen. In unserem Workshop sollen die Spieler der U-Mannschaften des Thüringer Nr.1 Fußballclubs Rot-Weiß Erfurt für das Thema sensibilisiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden“.
• Im Rahmen des Französischunterrichts führte der Französischkurs A25 (Klasse 13) im Februar/März 2025 ein dreiwöchiges Projekt „L’Union européenne et moi- Was bedeutet die EU für mich?“ durch, das nicht nur zahlreiche Sprechanlässe bot, sondern auch kreativ in einer Posterausstellung umgesetzt wurde.
• Anknüpfend daran setzten sich auch die Schüler/innen der A26 am Ende des Schuljahres im Englischunterricht mit dem Thema „European Union 2025 - Chances and Challenges“ auseinander.
• Darüber hinaus sind wir seit 2011 „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Im Februar des letzten Schuljahres nahmen erneut Schüler/innen aus der Jahrgangsstufe 6 an einem zweitägigen Workshop teil. Sie nutzten dazu die Wanderausstellung „Ach, so ist das?!“ zum Thema sexuelle Vielfalt. „Gemeinsam mit zwei Schülern und Lehrern wurde außerdem über neue mögliche Projekte nachgedacht, um weitere Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung an unserer Schule zu setzen“ (s. Schulwebsite).
• Die Klasse 10c führte am 31.03.25 eine Exkursion nach Nürnberg durch, wo sie die „Ausstellung zu den Nürnberger Prozessen“ besuchte. „Neben der Dauerausstellung mit Audioguide verdeutlichte besonders die abschließende Mediashow im Gerichtssaal, wie bedeutend der damalige Prozess auch noch für die Gegenwart ist.“ (s. Exkursionsbericht auf der Website unserer Schule)
• 80 Jahre danach - Gedenken an die Toten der Bombenangriffe vom 30./31. März 1945 in Erfurt: Was bleibt von den Menschen, die durch Krieg ihr Leben verlieren? Verschwinden alle ihre Geschichten, Erlebnisse und Träume mit ihnen?
„Bei der Gedenkveranstaltung im Erfurter Südpark zur Erinnerung an die Bombentoten vom Ende des Zweiten Weltkrieges und auch jener, die an den Folgen von Zwangsarbeit und NS-Diktatur verstarben, fragten sich das die Gäste wie auch die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses des Pierre-de-Coubertin-Gymnasiums als auch die des Heinrich-Mann-Gymnasiums. Alle kamen zu der Erkenntnis, dass die Namen auf den Grabsteinen und Gedenktafeln zwar mahnen und an die Vergangenheit erinnern, doch das hinter einem menschlichen, individuellen Schicksal immer mehr als das steckt.“
(https://thueringen.volksbund.de/aktuell/nachrichten/detailseite/80-jahre-danach-gedenken-an-die-toten-der-bombenangriffe-vom-30-31-maerz-1945-in-erfurt)
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt
Auch in diesem Bereich waren wir 2024/2025 besonders aktiv:
• Am 05.09.25 nahmen acht Schüler/innen der Klasse 6c am UNESCO-Projekttag der Thüringer ups teil. In diesem Jahr stand das „Jüdische Viertel“ in Erfurt auf dem Programm, welches erst im Vorjahr den Welterbe-Titel erhalten hatte (s. Anhang).
• Am Tag darauf (06.09.25) erfolgte eine ausführliche Berichterstattung und Auswertung des UNESCO-Projekttages in der Klasse 6c. Die UNESCO-Koordinatorin erörterte die „Ziele der UNESCO“ und berichtete über das Engagement der UNESCO-Schulen weltweit.
• vom 25.-29.09.24 nahm eine kleine Delegation unserer Schule (zwei Schüler/innen und zwei Lehrerinnen) an den Feierlichkeiten zum 20. Schuljubiläum als „Coubertin-Schule“ an unserem Partnergymnasium „Gymnázium Pierra de Coubertina Piešt’any“ (Slowakische Republik) teil. Aus diesem Anlass hatte die Partnerschule ein Mini-Forum für Teilnehmer/innen von insgesamt sieben Partnerschulen aus fünf Ländern organisiert. Zahlreiche Begegnungen sowohl im Unterricht sowie in gemeinsamen Workshops ermöglichten einen intensiven Austausch der Schüler/innen sowie auch der Lehrer/innen der Coubertin-Schulen. Die Unterbringung in Gastfamilien intensivierte den Austausch besonders (s. Schulwebsite
https://sportgymnasium-erfurt.edupage.org/?eqa=d2lkPWhvbWVfQmxvZ18xJmFpZF9ob21lX0Jsb2df MT0yNSZiaWQ9YmxvZzI%3D).
• Gleich zwei Begegnungen gab es im vergangenen Schuljahr mit der norwegischen Partnerschule aus Oslo: vom 02.-07.09.2024 weilten norwegische Schüler/innen in Erfurter Gastfamilien, nahmen am Unterricht teil und erkundeten Thüringen. Der Rückbesuch unserer Schüler/innen in Oslo erfolgte vom 27.03.-31.03.25.
• Zum Jahresende wurden traditionell Festtagsgrüße mit den Partnern des Netzwerkes der Coubertin-Schulen ausgetauscht.
• Als langjährige Leiterin des Netzwerkes der Coubertin-Schulen erhielt die UNESCO-Koordinatorin eine Einladung zum 50. Geburtstag des Internationalen Coubertin-Komitees (19./20. Januar 2025) in Lausanne und einem Treffen mit IOC-Präsident Bach (beide Organisationen sind Mitglieder der UNESCO).
Dabei wurden auch künftige Begegnungen der Coubertin-Schulen des Netzwerkes erörtert.
• Anlässlich des 60. Jahrestages des Elysée-Vertrages nahmen am 27. und 29. Januar 2025 acht Französischklassen und -kurse an verschiedenen Veranstaltungen der Französischen Filmtage im „Kinoklub Hirschlachufer“ teil. Dieser Besuch wurde in zahlreichen Sprechanlässen ausgewertet und motivierte die Schüler/innen enorm.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Wie bereits unter „Whole School Approach“ erwähnt, wurden die durch die Projektwoche zum Klima- und Umweltschutz 2022 initiierten Projekte mit viel Fleiß fortgeführt:
• die Pflege der Kräuterbeete, der Insektenwiese sowie des Insektenhotels unter Regie der Klasse 8R
• die Nutzung der verschiedenen, neu aufgestellten kleinen „Mülltonnen“ zur Mülltrennung im Schulhaus, einschließlich der gegenseitigen Erziehung zu deren Nutzung
• Schüler/innen der 10. Klassen beschäftigten sich im Englischunterricht mit zahlreichen Aktivitäten rund um das Thema Umweltschutz/Nachhaltigkeit (Gegenstand der BLF-Prüfungen, teilweise als Bili-Module)
Global Citizenship Education
Traditionell besuchten auch im letzten Jahr alle Schüler/innen der 10. Klassen im Rahmen einer Geschichtsexkursion die Mahn- u. Gedenkstätte Buchenwald mit dem Ziel, sich kritisch mit der Vergangenheit, mit dem Holocaust und Völkermord auseinanderzusetzen. Damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Erziehung verantwortungsvoller Weltbürger, die die Menschenwürde achten, geleistet werden.
Alle Schüler/innen der 12. Klassen führten einen Besuch in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora durch und nahmen an verschiedenen Workshops vor Ort teil.
Darüber hinaus beschäftigten sich sowohl jüngere Schüler/innen als auch Abiturientinnen und Abiturienten im Ethik- sowie Religionsunterricht mit den verschiedenen Weltreligionen und den Herausforderungen des respektvollen Umgangs miteinander.
Dazu wurden u.a. auch Exkursionen zum nahegelegenen Jüdischen Friedhof sowie Erkundungen des Jüdischen Viertels von Erfurt genutzt (s.a. dazu den Abschnitt Welterbebildung und Menschenrechts- und Demokratiebildung).
Im Rahmen der Verantwortungs- und Nachhaltigkeitsethik wurde den Unterrichtseinheiten zum Nationalsozialismus und Holocaust besondere Sorgfalt gewidmet (10R, 10 Gy, 11. Klasse).
Ein besonderer Projekttag für unsere 7. Klassen war der Anne-Frank-Tag am 12. Juni in diesem Schuljahr. Erstmals sammelten die Schüler/innen der drei 7. Klassen ihre Projektergebnisse, Gedanken und kreativen Botschaften für die Schüler/innen des Jahres 2035 in einer Zeitkapsel. Diese wird in Kürze auf dem Schulgelände bis zum Jahr 2035 für künftige Schülergenerationen unseres Gymnasiums in der Erde versenkt.
s.a. den Abschnitt „Interkulturelles Lernen“: Teilnahme von acht Schüler/innen der Klasse 6c am UNESCO-Projekttag der Thüringer ups am 05.09.25 zum Besuch des „Jüdischen Viertels“ in Erfurt.
Risiken und Chancen im digitalen Zeitalter
Unsere Schule ist mit einer großen Anzahl von Whiteboards ausgestattet und ermöglicht die Arbeit mit Tablets für alle Lehrerinnen und Lehrer sowie für alle Lernenden ab Klassenstufe 9.
Davon profitieren insbesondere unsere hochbelasteten Sportler, die häufig zu Lehrgängen, Trainingslagern und Wettkämpfen weilen und auf diese Weise besser den Kontakt zu Mitschülern und Lehrkräften halten können.
Insbesondere in Vorbereitung der mündlichen Prüfungen der 10. Klassen im Fach Englisch wurden Themen wie „Mobile etiquette“, „Addicted to games“ und „Influence of social media on youths“ thematisiert.
Selbstkritisch evaluierten die Jugendlichen dabei ihren Umgang mit Smartphones etc. Besonders kritisch wurde auch der Einfluss selbsternannter „Influencer“ diskutiert.
Welterbebildung
Auch in diesem Schuljahr fanden im Rahmen des Unterrichts und von Exkursionen eine Reihe von Aktivitäten zur Welterbebildung an unserer Schule statt. Dazu gehörten:
• Traditionell beschäftigen sich jüngere Schüler/innen im Rahmen des Deutsch- und Geschichtsunterrichts mit Thüringer Sagen und der nahegelegenen Wartburg, Schauplatz zahlreicher dieser Sagen.
• Ausführlich beschäftigten sich Schüler/innen der 6. Klassen im Religionsunterricht mit dem jüdischen Glauben, Bräuchen und Traditionen. Der nahegelegene Jüdische Friedhof (ca. 300m entfernt) wurde dazu mehrfach einbezogen.
• Schüler/innen der 8. Klassen beschäftigten sich im Religionsunterricht mit dem Islam und führten mehrere Diskussionsrunden über muslimische Gemeinden unserer Region durch.
s.a. den Abschnitt „Interkulturelles Lernen“
Sonstige Schwerpunktthemen
Auch im Schuljahr 2024/25 zeigten die Schüler/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen unserer Spezialschule Herz für Menschen, die unserer Hilfe bedürfen.
Unser Benefiztag fand am 28.11.2024 statt. Die gesammelten Spendengelder erhielten das Restaurant des Herzens in Erfurt, das Albert-Schweizer-Kinderdorf und das Kinderhospiz in Mittelthüringen.